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21.08.2012
Solarkonzern Sovello stellt Betrieb komplett ein
Der insolvente Solarmodul-Hersteller Sovello wird die Produktion Ende August vorerst komplett stilllegen und alle Mitarbeiter entlassen. Den gut 500 verbliebenen Mitarbeitern werde gekündigt, erklärte der Insolvenzverwalter. (Foto: Jan Woitas - AFP)

Der insolvente Solarmodul-Hersteller Sovello stellt die Produktion Ende August vorerst komplett ein und entlässt alle Mitarbeiter. Aufgrund fehlender Mittel für den Erhalt der Fertigung führe "kein Weg daran vorbei", erklärte Insolvenzverwalter Lucas Flöther am Firmensitz Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt. Den gut 500 verbliebenen Mitarbeitern werde gekündigt.

Flöther informierte die Belegschaft über das vorläufige Aus der Fertigung. Die Umsätze Sovellos seien in den vergangenen Wochen infolge der Eröffnung des Insolvenzverfahrens weiter massiv geschrumpft, teilte der Insolvenzverwalter mit. Ein großer Teil der Mitarbeiter müsse deshalb Ende August gehen. Den 22 Auszubildenden im Unternehmen werde erst Ende September gekündigt, um sie auf der Suche nach einer neuen Lehrstelle zu unterstützen. Bereits Ende Juli war 500 der ehemals 1000 Mitarbeiter gekündigt worden.

"Eine Fortsetzung der Produktion würde nur zu noch mehr Verlusten führen", erklärte Flöther. Zwar sei es gelungen, Löhne und Gehälter für den August zu sichern. Für mehr reiche das Geld aber nicht. Käme es zu noch mehr Verlusten, wäre eine Rettung des Unternehmens nicht mehr zu bewerkstelligen.

Die Suche nach einem Käufer für Sovello solle fortgesetzt werden, erklärte Insolvenzverwalter Flöther. Gespräche gestalteten sich jedoch "schwierig" angesichts der "angespannten Lage" der Branche. Die Regierung Sachsen-Anhalts habe ihre Unterstützung zugesagt.

Deutschlands Solarbranche steckt in einer tiefen Krise. Eine Reihe von Unternehmen steckt in der Insolvenz oder hat erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten. Herstellern von Solarzellen macht die Billigkonkurrenz aus China massiv zu schaffen. Die Bundesregierung kürzt zudem die Einspeiseförderung für Solarstrom.

Bezirksleiter Erhard Koppitz von der Gewerkschaft IG BCE sagte der "Mitteldeutschen Zeitung", für die Beschäftigten bedeute das Aus der Fertigung "eine existenzielle Katastrophe". Die Gewerkschaft wolle nun durch die Vermittlung von Betrieben bei der Jobsuche helfen. Trotz der Kündigungen werden laut Bericht über hundert Mitarbeiter nicht freigestellt. Sie sollen demnach den Vertrieb aufrecht und die Anlagen produktionsbereit halten.
Quelle: 2012 AFP
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